Fit für die Zukunft

 

 

Projekt Retrofit RADAG

 

Bewährte Technik auf neuestem Stand

 

Die RADAG erzeugt seit den 1930er-Jahren regenerativen Strom. Nach über 80 Jahren im Dauerbetrieb ist es nun an der Zeit, eine Revision der Anlagen in Angriff zu nehmen, um mit neuester Technik die Maschinen des Laufwasserkraftwerks fit für die Zukunft zu machen und so einen noch größeren Beitrag zu den erneuerbaren Energien zu leisten.  Dafür wurde das Projekt „Retrofit RADAG“ ins Leben gerufen – ein rund 43 Millionen Euro schweres Mammutprojekt zur Optimierung der Maschinensätze.

„Modellversuche und innovative Ideen sorgen dafür, dass wir das Kanalkraftwerk auf den neuesten, modernsten und effizientesten Stand der Technik bringen können. Das ist ein wichtiger Beitrag zur noch besseren Nutzung der Wasserkraft und damit zum Ausbau der erneuerbaren Energien“, betont Vorstand Dr. Nicolaus Römer. Derzeit produziert die RADAG mit Wehr- und Kanalkraftwerk etwa 650 Kilowattstunden Strom pro Jahr, nach der Erneuerung von drei Maschinensätzen wird das Wasser noch effizienter genutzt – dann erzeugt das Kanalkraftwerk etwa 46 Millionen Kilowattstunden mehr. Das entspricht einer Steigerung seiner Jahreserzeugung um knapp zehn Prozent.

„Die Arbeiten am Kanalkraftwerk der RADAG sind Ende September 2015 gestartet und werden Mitte 2019 abgeschlossen sein“, sagt Projektleiter Marius Dederichs. Nacheinander werden alle drei Maschinensätze des Laufwasserkraftwerks  rundum erneuert.

 

Retrofit RADAG: Impressionen

 

Was steht auf dem Programm?

Turbine

Die Turbinen erhalten ein neues Laufrad samt neuer Laufradnabe und einen neuen Laufradmantel. Das Laufrad besitzt nach aktuellem Stand der Technik – statt der bisherigen fünf – nur noch vier Laufschaufeln. Damit werden optimale, hydraulische Bedingungen geschaffen.

Das Turbinenradiallager wird vollständig ausgetauscht und mit einem rotierenden Öltopf versehen. Durch die Rotation kann das Öl physikalisch – also ohne Fremdenergie – an die einzelnen Segmente transportiert werden. Das spart die Sanierung der bisher verwendeten Pumpen und Lager ein und vermeidet aufwendige Planungen, um das alte Lager in die neue Laufradnabe einzupassen.

Die aktuelle hydraulische Steuerung der Lauf- und Leitschaufeln mit Windkesseln wird auf ein Hochdrucksystem mit Kolbenspeicher umgerüstet. Der Umbau wird notwendig, da die bestehende hydraulische Steuerung die benötigten höheren Steuerkräfte des neuen Laufrades nicht mit ausreichender Sicherheit für alle Betriebszustände aufbringen kann. Durch die neuen Kolbenspeicher sind ein sicheres Schließen von Leit- und Laufrad auch bei einem Ausfall der Hydraulikpumpen gewährleistet.

Das Kühlsystem wird nach den Vorgaben des Wasserhaushaltsgesetztes ertüchtigt.

Generator

Die Generatoren werden rundum saniert. Dazu stehen das Überholen des Polrades und die Erneuerung der Polkernisolation auf dem Plan. Sie ist seit der Erstinbetriebnahme eingebaut, dementsprechend gealtert und muss zur Vermeidung von ungeplanten Ausfällen erneuert werden.

Ein neues Blechpaket inklusive neuer Wicklung wird in den Ständer des Generators eingebaut.

Leittechnik

Sowohl die Sensorik, als auch die Instrumentierung erhalten eine Frischekur. Zudem sind die Neuverkabelung der gesamten Leittechnik bis zum Übergabepunkt sowie die Teilerneuerung der Maschinensteuerung geplant. 

Saugrohr

Das Saugrohr wird auf Basis des hydraulischen Modellversuches an das Laufrad angepasst – das  perfekte Zusammenspiel zwischen Saugrohr und Laufrad trägt zur Erhöhung der Jahreserzeugung bei.

 

 

„Bei all den Arbeiten ist Arbeitssicherheit für uns von großer Bedeutung“, betont Marius Dederichs. „Im Vorfeld haben wir deshalb gemeinsam mit den Auftragnehmern die De- und Remontagearbeiten durchgesprochen und die nicht alltäglichen Tätigkeiten identifiziert. Für die nicht routinierten Arbeiten erstellt der Auftragnehmer eine sogenannte Tätigkeitsbezogene Gefährdungsbeurteilung, aus denen Schutzmaßnahmen für die Mitarbeiter vor Ort der individuellen Tätigkeit hervorgehen. Ziel ist es, Unfällen vorzubeugen.“